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Im Cafe Strauss herrscht seit Monaten Personalmangel. Foto: Alex Povel
Im Cafe Strauss mangelt es seit Monaten an Personal. Foto: Alex Povel
Gastronomie

Jetzt könn(t)en wir aufmachen! Gastro in Eimsbüttel fehlt Personal

Die Sperrstunde für Bars und Clubs ist gefallen. Aber Eimsbüttels Gastronomen fehlt Personal. Es ging in der Corona-Krise verloren.

Von Sandra Kunkel

Zur Freude über die fallenden Corona-Regeln gesellt sich auf der Seite vieler Eimsbütteler Gastronomen die Sorge über unzureichend Personal. Nachdem die Sperrstunde aufgehoben wurde, gilt ab diesem Wochenende in der Gastronomie 3G – geimpft, genesen, getestet. In Clubs 2 G+ und Tanzgebot. Doch auch wer nun theoretisch uneingeschränkt öffnen darf, kann dies in der Praxis oft nicht. Wie geht es der Eimsbütteler Gastronomie?

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Das Personal ist knapp

Das Cafe Strauss sucht seit Wochen Personal. „Da bin ich nicht der einzige hier in Hamburg, oder deutschlandweit“, so der Geschäftsführer Michael Müller. Das Restaurant in der Wiesenstraße habe seit Wochen weniger geöffnet – am Wochenende bleiben die Türen zu. Statt ursprünglich 15 Mitarbeiter habe man jetzt nur noch acht, so Müller. „Wir hoffen, ab April wieder normal zu öffnen. Und bis dahin genug Leute gefunden zu haben.“

Das Hamburger Gastgewerbe hat seit 2019 fast 5.000 Mitarbeiter verloren. Viele Mitarbeiter aus der Gastronomie mussten sich einen anderen Job suchen, so die Arbeitsagentur Hamburg. Sprecher Knut Böhrnsen: „Der Druck für die Betreiber dürfte bei ansteigenden Temperaturen und länger werdenden Abenden zunehmen.“

Gastropersonal für viele attraktiv

Der Chef der Turmbar an der Rothenbaumchaussee leitet den Laden seit 25 Jahren und „hat so etwas noch nie erlebt“. Die Bar ist am Wochenende geöffnet, aber man könne nicht voll hochfahren – aus Mangel an Personal.

Viele Mitarbeiter hätten inzwischen die Branche gewechselt und nur ein Bruchteil des Personals käme wohl wieder zurück. „Bewerber möchten teilweise nicht am Wochenende arbeiten, aber da haben wir ja das Hauptgeschäft“. Besonders an Fachkräften, wie Cocktailmixern, mangele es, so Geschäftsführer Navid Taghizadeh.

„Die Bewerber aus dem Gastrobereich stießen auf interessierte Arbeitgeber, die natürlich um den Fleiß, die Zuverlässigkeit, der Kommunikationsstärken wussten“, so der Sprecher der Arbeitsagentur. „Viele fanden sehr schnell durchaus gute Jobs, die nicht selten auch andere, bessere, Arbeitszeiten boten. Und das Gehalt war vergleichbar, nicht selten besser.“

Ein gutes Netzwerk hilft

Im Jazzclub Birdland ist viel passiert während der Pandemie. Mitbetreiber Julius Horn sagt: „Während des Lockdowns sind viele Mitarbeiter weggefallen, aber in den letzten 4 Monaten haben wir wieder ein tolles Team zusammengestellt“. Die Leute, die im Club arbeiten, hätten ein gutes Netzwerk und durch die Livemusik hätten viele einen großen persönlichen Bezug. Es fehle nicht an Personal. „Der Club ist eine Herzensangelegenheit“, so Horn.

„Was kann die Agentur unternehmen?“, fragt der Sprecher der Arbeitsagentur. Geeignete Bewerber für Stellenangebote würden vorgeschlagen werden. „Das ist aber schwierig, weil das doch eine sehr individuelle Betrachtung ist“, so Böhrnsen. Es habe keinen Zweck, jemanden für eine Bar vorzuschlagen, die nicht zum Typ Bewerber passt. Vieles läuft auf Empfehlung.

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