
„Parlamentarisches Patenschafts-Programm“: Gastfamilien gesucht
Seit 1983 organisiert die „Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“ ein Austauschprogramm für junge Berufstätige aus Deutschland und den USA. Für die US-amerikanischen Teilnehmer in Hamburg fehlen jedoch noch die passenden Gastfamilien.
Von Monika DzialasSeit nun schon 35 Jahren gibt es das „Parlamentarische Patenschafts-Programm“, ein deutsch-amerikanisches Austauschprogramm für junge Berufstätige. Während die US-amerikanischen Auszubildenden damals noch mit dem Schiff reisten, sind sie heute innerhalb weniger Flugstunden bei ihren Gastfamilien in Deutschland.
International austauschen
Das Austauschprogramm wurde anlässlich des 300. Jahrestags der ersten deutschen Einwanderung in Nordamerika vom „Deutschen Bundestag“ und dem „US-Kongress“ ins Leben gerufen und richtet sich an junge Berufstätige, die Einblicke in die jeweils andere Kultur und die dazugehörigen Facetten erhalten wollen. Durchgeführt wird das Programm von der „Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“ (GIZ) und steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten.
Auch in Hamburg tauchen in diesem Jahr vier Auszubildende aus den USA ein Jahr lang in das deutsche Arbeits- und Studentenleben ein. Nachdem sie bereits im August an einem zweimonatigen Sprachkurs in Köln teilnahmen, ging es Ende September weiter in die Hansestadt, wo sie bis kommenden Januar an der Universität Hamburg studieren und im Anschluss ein Berufspraktikum absolvieren. Nebenbei sollen sie sich sozial engagieren, um die Arbeit in Vereinen und gemeinnützigen Organisationen kennenzulernen.
Voraussetzung für deutsche Teilnehmer ist eine abgeschlossene Berufsausbildung und sie dürfen nicht älter als 24 Jahre sein. Die US-amerikanischen Teilnehmer hingegen können sich bewerben, wenn sie ein Studium nachweisen, eine technische High School besuchten oder Homeschooling absolvierten. Grund für die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten sind die unterschiedlichen Ausbildungssysteme der Länder.
Neues Zuhause gesucht
Neben dem Arbeitsalltag sollen die Stipendiaten am Familienleben teilhaben. Dafür sollen die 20- bis 24-Jährigen in Gastfamilien untergebracht werden. Während zwei der Teilnehmer bereits ein neues Zuhause gefunden haben, sind die anderen beiden derzeit in vorübergehenden Unterkünften untergebracht. Sie suchen weiterhin nach Familien, die an einem internationalen Austausch interessiert sind und die Gäste aufnehmen möchten.
Der für Hamburg zuständige Regionalbetreuer des Programms, André Siebert, lebt selbst in Eimsbüttel und hofft darauf, Eimsbütteler Familien zu finden, die „jemandem die Tür öffnen wollen“.
Ein Zimmer mit Bett, Schrank und Schreibtisch
Um einen Teilnehmer des Programms aufzunehmen, sei es lediglich erforderlich, ein freies Zimmer mit den nötigsten Möbeln zur Verfügung zu haben, betont Siebert. Im Gegensatz zu den meisten Austauschprojekten werden die Familien von der GIZ finanziell unterstützt. Dies sei jedoch bloß ein Zuschuss, der die Kosten nicht gänzlich decke. Wichtiger sei der kulturelle Austausch und das Interesse aller Beteiligten.
Familien, die Interesse haben einen Gaststudenten bis kommenden Juni aufzunehmen, können den Regionalbeauftragten per E-Mail (ppp.siebert@yahoo.de) kontaktieren. Im Anschluss werden Treffen zum Kennenlernen organisiert und die Regeln und Pflichten für das Zusammenleben zwischen allen Teilnehmern geklärt.