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Die Kita-Leiterinnen Sabine Maus und Anke Wortmann sorgen sich um die Zukunft der "Kindervilla Fruchtallee" (v.l.). Foto: Julia Haas
Kita-Leiterin Sabine Maus und ihre Stellvertreterin Anke Wortmann sorgen sich um die Zukunft der "Kindervilla Fruchtallee" (v.r.). Foto: Julia Haas
Mietvertrag

„Kindervilla Fruchtallee“: Kein neues Zuhause in Sicht

Droht das Aus? Die inklusive Kita „Kindervilla Fruchtallee“ muss im Sommer 2024 aus den Räumen bei der Christuskirche ausziehen. Eine Alternative gibt es bislang nicht.

Von Julia Haas

Sie geben nicht auf. Erzieherinnen, Eltern und Kinder suchen weiterhin nach neuen Räumen für ihre Kita. Im Sommer 2024 muss die Kindervilla Fruchtallee aus ihrem bisherigen Zuhause bei der Christuskirche ausziehen. Sollte sich bis dahin keine Alternative finden, droht der inklusiven Kindertagesstätte das Aus.

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Viel Einsatz, gemischte Ergebnisse

Ein Jahr ist es her, dass die Kindervilla Fruchtallee öffentlich machte, ihre Bleibe zu verlieren. Der Grund: Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Eimsbüttel hat den Mietvertrag mit der Kindervilla wegen Eigenbedarf gekündigt. Zunächst war das Ende auf 2023 datiert, nun hat die Kirche den Vertrag um ein Jahr verlängert. Das verschaffe Zeit, löse aber nicht das Problem, sagt die stellvertretende Kita-Leiterin Anke Wortmann.

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Inklusions-Kita

Die „Kindervilla Fruchtallee“ ist eine inklusive Kita für Kinder mit und ohne Entwicklungsauffälligkeiten. Von 50 Kita-Plätzen sind rund 10 Plätze für Kinder mit Behinderungen bestimmt. Eigentlich bräuchte es mehr, sagt die Kita-Leitung. Die Nachfrage nach inklusiven Kita-Plätzen sei groß, das Angebot in Eimsbüttel klein.

In den vergangenen Monaten haben sich Kita-Angestellte und Eltern für den Erhalt der Kita eingesetzt – mit gemischten Ergebnissen.

Keine Ausweichimmobilie für die Kindervilla in Sicht

Viele Gespräche, keine Lösung, lautet das Fazit. Um einen Austausch zu ermöglichen, hat die Hamburger Sozialbehörde einen runden Tisch eingerichtet. Dadurch steht die Kindervilla mit Vertretern der Sozialbehörde, der Stadtplanung, des Bezirksamtes Eimsbüttel und der Kirchengemeinde im Gespräch. Wie ist der Stand? „Ich kann dazu noch kein Ergebnis mitteilen“, sagt Kay Becker, Sprecher vom Bezirksamt Eimsbüttel.

Das Problem: Trotz intensiver Suche finde sich keine Ausweichimmobilie, sagen die Kitaleiterinnen Sabine Maus und Anke Wortmann von der Kindervilla. Im Bestand gebe es keine passende Fläche – zumindest nicht in Eimsbüttel. Zwar sei die Kita bereit, ihre zentrale Lage aufzugeben, jedoch müsse der Standort für Kinder und Eltern aus Eimsbüttel weiterhin gut erreichbar sein. „Es macht keinen Sinn, nach Wandsbek oder Harburg zu ziehen“, sagt Wortmann.

Zu wenig Zeit

Für einen Neubau in Eimsbüttel fehlt die Zeit. Nach Angaben von Wortmann und Maus gebe es im Stadtteil zwar verschiedene Bauprojekte, denen sich die Kindervilla anschließen könnte – zum Beispiel dem neuen Beiersdorf-Quartier –, diese lassen sich aber nicht bis zum Ablauf des Mietvertrags im Jahr 2024 realisieren.

Die Hoffnung der Kita-Leitung: In den Räumen bei der Christuskirche bleiben zu dürfen, bis sich eine Lösung findet.

Claudia Dreyer, Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats in Eimsbüttel, sagt gegenüber den Eimsbütteler Nachrichten: „Der Mietvertrag endet Anfang August 2024.“ Alternative Räume könne die Kirchengemeinde für die Kindervilla nicht zur Verfügung stellen.

Spendenkonzert im Stadtpark

Trotz schlechter Aussichten gibt die Kindervilla nicht auf. Demonstrationen, ein Inklusions-Festival, große Plakate am Eingang der Kita – Erzieherinnen, Eltern und Kinder machen weiterhin auf ihre Situation aufmerksam. Die Resonanz aus der Nachbarschaft ist positiv. „Viele Leute kommen auf uns zu, wollen helfen“, sagt Kita-Leiterin Maus.

Hamburg Eimsbuettel_Kindervilla Fruchtalle-Demo
Kita-Kinder, Eltern und Erzieherinnen bei einer Demo der „Kindervilla Fruchtallee“. Foto: Anastazja Hüer

Darunter ein Mitglied der Hamburger Goldkehlchen. Im August veranstaltet der Männerchor ein Spendenkonzert im Stadtpark. 35.000 Euro kamen für die Kita zusammen. „Das war unwirklich“, sagen Maus und Wortmann, dankbar für die Unterstützung. Für sie, die Eltern und Kita-Kinder beweist das: „Es lohnt sich, sich zu wehren – auch wenn es kräftezehrend ist.“

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