Eimsbütteler Nachrichten
fullscreen Grüne Kreuze gegen den Verkauf
In Lokstedt werden vermehrt grüne Kreuze aufgestellt, mit denen Anwohner und Kleingärtner ein Zeichen gegen den geplanten Verkauf von Grünflächen an Beiersdorf setzen. Foto: Margarita Ilieva

Lokstedt

Grüne Kreuze gegen den Verkauf

Die endgültige Entscheidung über den umstrittenen Verkauf der Kleingärten fällt am 16. Mai. Dann muss der Verkauf der Grünfläche an die Beiersdorf AG durch die Hamburger Bürgerschaft beschlossen werden.

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Mitte Mai wird eine Entscheidung über den geplanten Verkauf von Grünflächen an die Beiersdorf AG gefällt. Seit Januar laufen die Gespräche zwischen Kleingärtnern, Repräsentanten des Großkonzerns und der Stadt Hamburg. Dennoch sind bis heute noch viele Fragen offen und der Protest der Gartenbesitzer nimmt zu.

Grüne Kreuze gegen den Verlust der “Grünen Lunge” Loksteds

Die Initiative “Lebenswertes Lokstedt”, bei der sich Kleingärtner und Anwohner engagieren, kämpft gegen die vorgesehene Erweiterung des Großkonzerns und für den Grünflächen-Erhalt.

Nun geht der Protest in die nächte Runde – Kleingartenbesitzer und Gegner der geplanten Erweiterung des Hamburger DAX-Unternehmens setzen mit einem grünen Kreuz vor ihrem Kleingarten buchstäblich ein Zeichen für die Rettung der Grünflächen.

Beate Meding von der Initiative “Lebenswertes Lokstedt” erzählt, dass die Idee für den sichtbaren Protest an dem Widerstand der Anwohner und den Landwirten aus dem niedersächsischen Gorleben im Wendland angelehnt ist, die im Jahr 2010 gegen den Atommülltransport protestierten.

“Die Kreuze waren ein Symbol des Widerstands der Bauern, die sich gegen die Atomkraft eingesetzt haben. Wir fanden die Botschaft toll und dachten uns, dass grüne Kreuze ein positives Zeichen gegen den Abbau von Grünflächen und für die Hoffnung sind”, erzählt Frau Meding.

Hoffnung auf mehr Zuspruch

Die Initiative erhofft sich, dass sich noch mehr Leute mit dem Protest identifizieren können und dieser größeren Anklang findet. Die Idee mit den grünen Protestkreuzen wird erst seit zehn Tagen umgesetzt und bisher sind sie an den Türen der Kleingärten, auf Balkonen und in Hauseingängen angebracht.

“Man merkt daran, dass es alle was angeht und nicht nur die Kleingärtner”, fügt die Initiatorin hinzu. Frau Meding zeigt sich zuversichtlich, dass der Protest eine Wirkung hat: “Die Leute bleiben stehen und lesen sich den Flyer durch, der am Kreuz hängt, das Interesse ist auf jeden Fall da”.

Schreber zwiegespalten, ob die Maßnahme was bringt

Die Meinung zum Verkauf der Grünfläche ist unter den Kleingartenbesitzer gespalten.

Beiersdorf ist für uns hier in Hamburg der Arbeitgeber, der über 3.000 Leute beschäftigt. Wir müssen damit leben, dass sich die Welt verändert und wir müssen uns anpassen. Und wenn ich 300 Meter weiter meinen Garten habe, das ist für mich in Ordnung”, sieht Kleingartenbesitzer Arne Schlamisch die zukünftige Veränderung eher positiv.

Frau Kaltenberg, die ebenfalls einen Kleingarten besitzt, erzählt, warum sie den möglichen Verlust ihrer Grünfläche nicht gut heißen kann: “Hier sind viele ältere Menschen und uns hat das immer Freude gemacht, hier zu sitzen, zu grillen und Freunde einzuladen. Uns Alten nehmen sie nun das kleine bisschen Freude auch noch weg. Und das ist traurig”.

Weitere Diskussion steht an

Nach dem Informationsabend bei Beiersdorf im Januar und der Bezirksversammlung Ende Februar, steht ein dritter Termin an, bei dem Raum für Gespräch und offene Fragen vor der Entscheidung angeboten werden soll.

Am Diskussionsabend werden Vertreter von Beiersdorf, der Initiative “Lebenswertes Lokstedt” und der Stadtentwicklung teilnehmen. Die Veranstaltung wird von der Bürgerschaftsfraktion Die Linke ausgetragen und findet am 24. April ab 19 Uhr in der Grundschule Döhrstraße statt.

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