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fullscreen “Leistungssport ist nicht gesund”: Beachvolleyball-Profi Julius Thole im Interview
Jubelschreie von Julius Thole (r.) und Clemens Wickler bei der Siegerehrung der Deutschen Meisterschaft. Foto: Hoch Zwei/Jörg Pollex

Interview

“Leistungssport ist nicht gesund”: Beachvolleyball-Profi Julius Thole im Interview

Deutscher Meister im Beachvolleyball und Vierter beim diesjährigen World Tour Saisonfinale am Rothenbaum – Julius Thole reist mit seinem Partner Clemens Wickler von Turnier zu Turnier und verfolgt seine Leidenschaft. Nebenher studiert der Beachvolleyballer vom ETV Jura an der Universität Hamburg. Im Interview erzählt er, wie er beides miteinander vereinbart.

schedule Lesezeit ca. 3 min.

Eimsbütteler Nachrichten: Wie bist du eigentlich zum Beachvolleyball gekommen?

Julius Thole: Angefangen habe ich mit Fußball. Danach habe ich Tennis und parallel dazu Volleyball mit meinem Vater gespielt. Schließlich habe ich mich für Volleyball entschieden und beim ETV in der Halle gespielt. Es gab eine Hamburger Auswahl, in die die besseren Spieler berufen wurden.

Ich habe dann beim Bundespokal und der Jugendmeisterschaft im Beachvolleyball gespielt. Dann fragte mich Max-Jonas Karpa [Anmerkung der Redaktion: Deutscher Volleyball- und Beachvolleyspieler], ob ich die Beach Tour mitspielen wolle. Wir haben uns für die deutschen Meisterschaften in Timmendorf qualifiziert. Das war ein Highlight für mich.

Was magst du so sehr am Beachvolleyball?

Ich bin sehr groß und kann gut mit dem Ball umgehen. Das sind die perfekten Voraussetzungen für Beachvolleyball. Mir macht es mehr Spaß als Volleyball, da wir zu zweit auf dem Feld stehen und nicht ausgewechselt werden können. Das Besondere ist auch, dass kein Trainer danebensteht und ich für mich selbst verantwortlich bin. Die Anforderungen im Beachvolleyball sind in der Breite sehr hoch. Du brauchst alle Elemente und musst ein kompletter Spieler sein. Außerdem gibt es Sonne, Strände und keine miefigen Hallen.

Nebenher studierst du Jura an der Universität Hamburg. Das ist eine ungewöhnliche Kombination. Wie kam es dazu?

Ich bin familiär vorgeprägt. Meine Eltern sind Juristen und es macht mir viel Spaß, die Logik dahinter zu verstehen. Ich bin direkt nach der Schule ins Studium eingestiegen, da klar war, dass ich länger studieren werde. Jetzt mache ich ein Teilzeitstudium, da wir im Sommer viel unterwegs sind. Im Winter bin ich Vollzeit an der Uni.

Wie bekommst du Beachvolleyball und Studium unter einen Hut?

Das Gute an Hamburg ist, dass ich von der Uni unterstützt werde. Wir haben eine Laufbahnberatung, die mit der Uni kooperiert. Dann kann ich meine Veranstaltungstermine vor den anderen blocken. Ansonsten ist es schon hart.

Im Winter trainieren wir bis zu elf Mal pro Woche. Dazu kommen Fahrtwege, Physiotherapie, psychologische Beratung und die Nachbesprechung mit dem Trainer. Im Winter ist es wirklich so, dass ich morgens trainiere, dann zur Uni fahre und danach wieder trainiere. In der Zeit schaffe ich die Univeranstaltungen trotzdem fast in der Regelstudienzeit.

Im Sommer ist alles ein wenig anders. Da sind wir ein kleines Reiseunternehmen und buchen die Flüge und Hotels zu den Turnieren selbstständig. Daneben versuche ich mir eine Klausur selbst zu erarbeiten, aber der Fokus liegt auf dem Sport. Wenn ich im Turnier bin, muss das Buch wirklich weggelegt werden.

Was motiviert dich, beides gleichzeitig zu machen? 

Ich gehe gerne in die Uni und habe Bock, die Sachen zu verstehen. Genauso will ich auch den Fortschritt beim Sport sehen und habe die Spiele im Sommer als Motivation. Ich muss Abstriche im Studium machen, aber die Erlebnisse bei den Turnieren kann mir keiner mehr nehmen.

Hast du bei deinem straffen Programm auch mal Freizeit?

Natürlich habe ich weniger Freizeit als normale Studenten, aber im Winter gehe ich schon mal feiern. Die anderen Beachvolleyballer sind auch meine Freunde. Wir machen den Sport, da es uns Spaß macht. Aber klar, Besuche bei meiner Oma oder einem Freund im Ausland sind seltener.

Seit diesem Sommer spielst du in einem Team mit dem Beachvolleyballer Clemens Wickler. Wie lief eure erste gemeinsame Saison?

Vergangenen Oktober haben wir uns zusammengetan und im Januar sind wir ins gemeinsame Training eingestiegen. Clemens hatte aufgrund einer Verletzung zwei Jahre gar nicht gespielt und wurde dann erfolgreich operiert. Wir verstehen uns richtig gut. Die Beachvolleyballbeziehung ist eine ganz besondere, weil man unfassbar viel Zeit miteinander verbringt.

Es ist ein riesiger Vorteil, dass wir uns so gut verstehen und die kleinen Ticks des Anderen ertragen können. Im Laufe der Saison lernten wir, dass man sich auch mal Zeit für sich nehmen muss. Das hat sich dann gut entwickelt und auch auf dem Feld harmonieren wir gut.

Was bedeutet dir Gewinnen und Verlieren?

Ich bin schon sehr ehrgeizig und die Freude am Wettkampf ist groß. Auf Turnieren kann ich deutlich besser damit leben, wenn ich gut gespielt habe und dann verliere, als wenn ich schlecht gespielt habe und dem Gegner den Sieg ermögliche. Man darf nicht alles vom Verlieren und Gewinnen abhängig machen.

Wie lange geht eigentlich eine Leistungssportkarriere im Beachvolleyball?

Die Blütephase ist zwischen 28 und 30 Jahren. Das ist so spät, weil man im Ballsport mehr Erfahrungen macht und sich immer weiter verbessert. Leistungssport ist nicht gesund, da es so exzessiv ist und die Belastungen zu einseitig sind. Es hängt auch davon ab, wie körperschonend man arbeitet. Ich würde es ohne das Jurastudium nicht machen, da man zu abhängig vom Körper ist. Irgendwann gibt es etwas anderes als Sport.

Was kommt jetzt als Nächstes?

Im Oktober beginnt die Qualifikation für Olympia. In diesem Jahr haben wir viele Turniere gespielt, um dafür Punkte zu sammeln und die Qualifikationsturniere zu erreichen.

Vielen Dank für das Interview.

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