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Hamburg Eimsbuettel Jugendclub Doormannsweg_Monika Dzialas
Zum Kickern im Jugendclub. Foto: Monika Dzialas
Jugendarbeit

Jugendclub Eimsbüttel: Offener Jugendtreff im Doormannsweg

Im Jugendclub Eimsbüttel können Kinder und Jugendliche nach der Schule spielen, tanzen, kochen und den Nachmittag gemeinsam ausklingen lassen. Zudem finden die Jugendlichen Ansprechpartner, die ihnen beratend zur Seite stehen.

Von Monika Dzialas

Die von außen eher unscheinbare Nummer 13a im Doormannsweg öffnet ab nachmittags seine Türen für Jugendliche aus der Umgebung. Beim Kickern, Tanzen und Karten spielen können sie gemeinsam ihre Freizeit im Jugendclub nach einem langen Schultag gestalten.

Freiwilliges Miteinander seit 24 Jahren

Bereits 1994 eröffnete der Jugendclub, der Kinder und junge Erwachsene aus dem Kerngebiet Eimsbüttels sowie aus dem angrenzenden Schanzenviertel und dem Stadtteil Altona-Nord anzieht.

Die Sozialpädagogin Sonja Friedewald ist seit Anfang an dabei und ist gemeinsam mit dem Erzieher Karsten Kalkowski für die Betreuung und Organisation des Jugendhauses verantwortlich. Unterstützt werden die Festangestellten von Honorarkräften, die ebenfalls Ansprechpartner für die Kinder sind.

Ganztagsschule Vizelinstraße. Foto: Anja von Bihl

Von der Grundschule bis zum Abitur

Die Schulbehörde veröffentlichte die Zahlen für das Schuljahr 2016/17. In Eimsbüttels Schulen gab es mehr Schüler als im Vergleich zum Vorjahr. Zudem absolvierten mehr Schüler ihre Schullaufbahn mit einem erfolgreichen Abschluss.

Im Fokus der Jugendstätte steht das offene Miteinander aller Beteiligten: „Jeder kann kommen und gehen, wann er möchte“, betont Kalkowski. In diesem Zusammenhang wird auch auf die aktuellen Interessen der Kinder eingegangen und das Programm manchmal bewegter oder mit mehr Rückzugsmöglichkeiten ausgerichtet.

Jung und Alt gemeinsam

Die Mitarbeiter betrachten den Ort zudem als eine Begegnungsstätte, in der sie „mehr miteinander sind und voneinander lernen“, bemerkt Friedewald. Deshalb seien Toleranz und gegenseitige Offenheit zentrale Elemente, die die Jugendlichen spielerisch erlernen.

Das Angebot der Einrichtung richtet sich an alle Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren. Während sie bei den offenen Treffs selbst über ihre Beschäftigung entscheiden und gegebenenfalls das Beratungsangebot für Fragen zu Praktika und Ausbildung nutzen, wird ihnen beim Break-Dance die Tanz– und beim Zubereiten von Speisen die Kochkunst näher gebracht.

"Habt ihr Schwimmwesten gesehen?" Foto: Adina Bischoff

„Unerwünscht“ im Thalia Theater

Vier Tage lang setzten sich die Fünftklässler der Ida-Ehre-Schule aus Harvestehude mit den Themen Flucht und Unerwünscht sein auseinander. Das Ergebnis: Ein Theaterstück, dessen Grundlage der Weg von zehn geflüchteten Mitschülern bildet – inklusive Rollentausch. Die Geflüchteten spielen die Schleuser, die Schüler die Flüchtlinge. Aufführung war am 25. April im Thalia Theater.

Zwar kommt es aufgrund der Altersunterschiede gelegentlich zu Interessenskonflikten, da die Kleineren einen größeren Bewegungsdrang haben. Durch das gemeinsame Gespräch wird jedoch eine Lösung gefunden und die Differenzen vereint.

Spielerischer Neigungskurs

Neben der offenen Nachmittagsgestaltung, die unter der Woche täglich ab 16 Uhr und freitags ab 15 Uhr öffnet, arbeiten die Pädagogen mit der Ida-Ehre-Schule und der Schule Rellinger Straße zusammen.

Im Rahmen eines Neigungskurses kommen die Schüler am frühen Nachmittag in den Club und werden bei Gruppenspielen mit den Mitarbeiter aktiv. Dadurch lernen sie indirekt das Arbeiten in einem Team und reflektieren ihre persönliche Stellung darin.

Hamburg Eimsbuettel Ida Ehre Schule Weltretter_Monika Dzialas

Weltretter von der Ida-Ehre-Schule

Beim "Zeit Leo Weltretter Wettbewerb" wurde in diesem Jahr erstmalig der Sonderpreis Mobilität vergeben. Ausgezeichnet wurde damit die Klasse 5c der Ida-Ehre-Schule und ihr "Long-Bike" für den Weg zur Schule.

Um, laut Kalkowski, „das Gockelverhalten“ von männlichen Jugendlichen zu verhindern, wird in Zusammenarbeit mit der Ida-Ehre-Schule ein geschlechtsspezifischer Kurs für Jungen angeboten.

Ungewisse Finanzierung

Finanziert wird die zum Jugendamt zugehörige Einrichtung über kommunale Mittel. Diese seien jedoch seit etlichen Jahren gleichbleibend und würden sich nicht an den allgemeinen Anstieg der Kosten anpassen.

Somit stehen den Verantwortlichen weniger Gelder für die Ausgestaltung des Jugendclubs zur Verfügung und bereits für das kommende Jahr „sieht es schlecht aus und man muss sich fragen, wie es mit der Arbeit weitergeht  und wie man die gute Qualität aufrechterhalten kann“, gesteht Friedewald.

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