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Kai Ammer hat die Initiative "Kurs Fahrradstadt" gegründet.
Kai Ammer hat die Initiative "Kurs Fahrradstadt" gegründet. Symbolfoto: Julia Haas
Verkehrsprojekt

„Superbüttel“: Wie ist der Stand?

Vor einem Jahr hat die Eimsbütteler Bezirksversammlung die Umgestaltung der Rellinger Straße zur autoarmen Zone beschlossen. Seitdem ist es um “Superbüttel” still geworden. Steht das Projekt vor dem Aus?

Von Valentin Hillinger

Grüne Bäume, Sitzbänke, spielende Kinder: Wenn es nach den Initiatoren von Superbüttel geht, soll die Rellinger Straße künftig so aussehen. Kai Ammers Vorschlag, eine autoarme Zone in Eimsbüttel zu errichten, stieß letztes Jahr auf Zustimmung in der Bevölkerung und Bezirkspolitik. Letztere beschloss 2021, das Quartier umzugestalten.

Seitdem dringen kaum Information an die Öffentlichkeit. Die Machtverhältnisse in der Bezirkspolitik haben sich verschoben – bedeutet das das Ende für Superbüttel?

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„Superbüttel“ in der Bezirksversammlung

In einem gemeinsamen Antrag hatten die Grünen- und CDU-Fraktion letztes Jahr in der Bezirksversammlung eine Durchfahrtssperre in der Rellinger Straße gefordert. Die SPD hatte zusätzlich eine Tempo-30-Zone in der Lappenbergsallee und im Langenfelder Damm ins Spiel gebracht. Beide Anträge wurden im Spätsommer 2021 in der Bezirksversammlung beschlossen.

An der Kreuzung Methfesselstraße/Lappenbergsallee soll laut Bezirksversammlungsbeschluss zudem ein neuer Quartiersplatz entstehen. Dieser soll nach den Holocaust-Opfern Hertha und Simon Parnass benannt werden. Insgesamt soll die Umgestaltung dazu beitragen, den Durchfahrtsverkehr vom Quartier fernzuhalten.

Finanzierung gesichert

Nach Angaben von Ali Mir Agha, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen in der Bezirksversammlung, sind diese Projekte durch eine ausreichende Finanzierung gestützt. Das Bezirksamt strebe bis Ende 2022 die Ausschreibung für die Umsetzung der Pläne an. Bis Sommer 2023 soll die Umgestaltung des Quartiers Rellinger Straße dann fertiggestellt werden, so der Bezirkspolitiker. 

Das Bezirksamt muss nun zusammen mit den Straßenverkehrsbehörden einen konkreten Plan für die Umsetzung entwickeln. Dabei sollen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen ausgelotet werden, so eine Sprecherin des Bezirksamts.

Bewohner in Planung eingebunden

Parallel erarbeite das Bezirksamt ein Konzept, wie sich die Öffentlichkeit in die Umgestaltung einbringen könne, so die Sprecherin. Den Vorschlag, Anwohner einzubeziehen, unterstützt auch Kai Ammer: „Ein solch bahnbrechender Umbau kann nur gelingen, wenn die betroffenen Bewohner und Bewohnerinnen mitgenommen werden“.

"Superbüttel": Scheitert das Verkehrsprojekt an der Bezirkspolitik?
„Superbüttel“: Scheitert das Verkehrsprojekt an der Bezirkspolitik? Foto: Julia Haas

„Superbüttel“: Platzt der Traum?

Sorgen bereitet Ammer derweil die gescheiterte Fahrradzone im Grindelviertel. Besonders das Verhalten der Eimsbütteler SPD kritisiert er. Die SPD hatte sich dort gegen die Pläne der Grünen und des Bezirksamts gestellt, die aus dem Uni-Viertel eine durchgängige Fahrradzone gemacht hätten. 

Im Grindelviertel sei der geplante Eingriff noch vergleichsweise “niedrigschwellig” gewesen, die Fraktion stellte sich trotzdem dagegen. Was bedeutet das für das Großprojekt Superbüttel

Von Seiten der SPD heißt es: “Wie bei der Fahrradzone im Grindelviertel stehen wir auch beim Quartier Rellinger Straße zu den gemeinsam gefassten Beschlüssen”, teilt der Sprecher für das Kerngebiet, Moritz Altner, mit. Auch er betont die Wichtigkeit einer Anwohnerbeteiligung.

Was macht die CDU?

Auf Unterstützung der CDU kann die Initiative Superbüttel nicht hoffen. „Wir machen da nicht mehr mit“, sagt Andreas Birnbaum von der CDU Eimsbüttel. 2021 hätten sie noch für die Beschlüsse gestimmt, jedoch rein aus koalitionstaktischen Gründen. Nachdem die Grünen die Koalition beendet haben, will die CDU wieder ihr eigenes Profil schärfen.

Die Verkehrspolitik der Grünen gehe an den Bedürfnissen der Autofahrer im Quartier vorbei, so Birnbaum. Er will stattdessen Quartiersgaragen bauen und fordert die Grünen auf, aus ihren „wunderbaren Fantasiespielen“ aufzuwachen.

Gerichtsurteil stoppt Projekt in Altona

Ein weiteres Hindernis könnte eine aktuelle Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts sein. Diese Woche hat das Gericht einen Eilantrag gegen die autofreie Umgestaltung der Großen Brunnenstraße in Ottensen stattgegeben. Das Projekt freiRaum Ottensen hatte dort eine Durchfahrtssperre für Autos durchgesetzt, die jetzt durch das Gerichtsurteil aufgehoben wurde. 

Das Gericht begründete seine Entscheidung mit einem Verweis auf formale Kriterien. Was dieses Urteil für Verkehrsprojekte in Eimsbüttel bedeutet, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, so Kay Becker vom Bezirksamt Eimsbüttel. 

„Superbüttel“: Initiative kritisiert fehlende Kommunikation

Seit den Beschlüssen in der Bezirksversammlung im Sommer 2021 ist es still geworden um das Thema. Das kritisiert auch Ammer, der mit seiner Initiative gerne in die Planung eingebunden wäre. Aus der Bevölkerung erreichen ihn regelmäßig Anfragen zu Superbüttel, so der Initiator. Bisher könne man aber nicht viel Positives berichten. Die Zukunft von Superbüttel scheint ungewiss.

Korrektur: In einer alten Version des Artikels hieß es, Hertha und Simon Parnass hätten den Holocaust überlebt. Tatsächlich wurden sie im NS-Vernichtungslager Treblinka in Polen ermordet. Ihre Tochter Peggy Parnass hat überlebt und wohnt heute in Hamburg.

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